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Container-Terminal Altenwerder
410.000 Tonnen Schlacke geben Halt
In Hamburg-Altenwerder ist im Rahmen der Hafenerweiterung eines der modernsten Container-Terminals für Containerschiffe (CTA) weltweit entstanden. Wegen der hohen Lasten, die im CTA abgewickelt werden, ist auch eine sehr große Tragfähigkeit des Bodens erforderlich. Deshalb wurden auf der rund 80 ha großen Fläche im 1. Bauabschnitt 300.000 Tonnen Hausmüllverbrennungsschlacke (HMV-Schlacke) eingebaut, im 2. Bauabschnitt werden noch einmal 110.000 Tonnen benötigt. HMV-Schlacke entsteht als Sekundärrohstoff bei der Müllverbrennung und garantiert aufgrund ihrer speziellen physikalischen Eigenschaften die erforderlichen Tragwerte.
Der CTA umfasst vier leistungsfähige Containerschiff-Liegeplätze mit einer nutzbaren Länge von ca. 1.400 m und einer Wassertiefe von NN - 16.70 m. Die Terminalfläche wurde sturmflutsicher auf NN 7.50 m konzipiert. Bei einer Hafensohle von NN - 16.70 m ergibt sich damit ein Geländesprung von 24.20 m. Auf der Basis umfangreicher Erfahrungen der HHLA aus der Vergangenheit kommen neueste Umschlagtechniken zum Einsatz. Die Kaimauer trägt Containerbrücken mit einer Spurweite von 35 m. Auf einem 300 m langen Abschnitt im Norden existiert zusätzlich eine Kranspur für Verladebrücken mit der bisher im Hafen üblichen Spurweite von 18 m.
Die HMV-Schlacke ist auf der 80 ha großen Containerumschlagfläche (außer im Bereich der Gleisanlagen) als 30 cm dicke Tragschicht unterhalb der bituminösen Deckschicht eingebaut worden. Die Schlacke ist nachgewiesenermaßen in der Lage, eine Tragfähigkeit von 180 Meganewton pro m2 zu gewährleisten, die aufgrund des schwerlastigen Containerverkehrs erforderlich sind.
Ein weiteres entscheidendes Argument für den Einbau des Sekundärrohstoffs HMV-Schlacke ist ihre gute Lieferfähigkeit, da sie in den standortnahen Hamburger Müllverwertungsanlagen MVR und MVB am Rugenberger Damm und in der Borsigstraße sowie MVA in Stapelfeld vor den östlichen Toren der Hansestadt produziert wird.
Die durchschnittliche tägliche Auslieferungsmenge lag bisher bei etwa 3.000 Tonnen; die größte gelieferte Monatsmenge bei 38.000 Tonnen HMV-Schlacke. Für die Lieferfähigkeit ist die Hanseatisches Schlackenkontor GmbH (HSK) mit Sitz in Hamburg verantwortlich, an der auch die Stadtreinigung Hamburg beteiligt ist. In der über achtjährigen Geschichte des HSK ist der CTA-Auftrag der mit Abstand größte.
In Zeiten knapper Kassen haben auch finanzielle Gründe für den Einsatz der HMV-Schlacke gesprochen. Im Vergleich zu Schotter und Baustoff-Recyclingmaterialien ist sie ausgesprochen kostengünstig.